Der perfekte Herbsttag

Es gibt diesen perfekten Herbsttag. Das Kopfsteinpflaster ist bedeckt von  rot-braunen Laubblättern, einige sind noch im freien Fall. Die Sonne bricht durch die schwachen Wolken und bringt die schönsten Farben hervor. Der Sommer hat sich bereits verabschiedet und hinterlässt noch die letzte Wärme des Jahres. Ein kühler Wind zieht sich unregelmäßig durch den Tag.

 

Ich ziehe den Reisverschluss meiner Fleecejacke bis zum Kinn und schlage den dicken Wollschal ein zweites Mal um meinen Hals. Die Strasse ist rechts und links gesäumt von Bäumen, die allmählich ihre Blätter dem Wechsel der Jahreszeiten überlassen. Mit einem heissen Becher Kaffee in der Hand überquere ich die Strasse und blicke auf halber Strecke in die Nebengasse. In der Mitte spaziert ein Mann die Strasse hinunter. In jeder Hand hält er die Leinen von je vier Hunden. In unterschiedlichsten Grössen traben die Vierbeiner neben ihm entlang und laufen sich dabei gegenseitig in den Weg. Einige Blätter fallen zu Boden und gehen sogleich unter in dem farbenfrohen Gemisch aus Laub und Feuchtigkeit. Ich wärme meine kalten Finger an dem heissen Pappbecher und muss lächeln. Nie hätte ich gedacht, dass mir Buenos Aires einmal einen solchen Tag bescheren würde.

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