Aufbruch ins Ungewisse

Hätte ich am Anfang meiner Reise 2007 gewusst, was mich das nächste Jahr erwarten würde, ich hätte meine Entscheidung wohlmöglich noch einmal überdacht. Aber so stand ich am 7. Juli in Hamburg am Flughafen, umringt von meinem Liebsten. Die ersten Augen begannen zu glänzen und als mein Vater aus seiner mitgebrachten Soundbox das Lied „It’s time to say goodbye“   spielte, blieb kein Auge mehr trocken. Die Tränen flossen unaufhaltsam. Ich würde meine Familie und Freunde für ein Jahr nicht sehen und auch die Häufigkeit meiner Anrufe war noch ungewiss. Das war damals zu einer Zeit als man Handys noch zum Telefonieren benutzte. Die Kosten eines Übersee-Telefonats waren jenseits von Gut und Böse. 

 

Drei lange Jahre lang hatte ich mich auf dieses, mein wohl grösstes Abenteuer, vorbereitet. Ich hatte Bücher gelesen, mit Bekannten gesprochen, die schon als Backpacker unterwegs waren. Ich hatte mir zu Geburtstagen das nötige Equipment schenken lassen. Ein neuer Reisepass wurde beantragt und als eines Tages die Bestätigung meines Visums kam, war es soweit. Meine Familie, die bis dato noch an meiner Absicht gezweifelt hatte, musste sich mit der Erkenntnis auseinandersetzen, dass ihre 19 jährige Tochter für ein Jahr mit dem Rucksack durch Australien reisen würde. Alleine.  Alles war geplant. Und doch kam es ganz anders als erwartet…

 

Als ich nun vor dem Gate stand und bemerkte, dass der Flieger nach Frankfurt in erster Linie von busy Business-Travellern genutzt wurde, kam ich mir in meinem Outfit doch etwas fehl am Platz vor. Ich trug die volle Montur: Zipphose, die an drei unterschiedlichen Stellen abtrennbar war, das multifunktionale T-Shirt, die passende Jacke, Trackingstiefel, damit die Knöchel geschützt sind bei einem möglichen Schlangenangriff, und nicht zu vergessen den praktikablen Multifunktionsrucksack. Ich hatte alles dabei. Selbst das Stoff- Kängaroo, dass mir von meinen Freunden zum Abschied geschenkt wurde. Vielleicht hätte ich jedoch die Termoskanne und den Alubecher weglassen sollen. So hingen diese Gegenstände seitlich an meinem Rucksack herunter während ich mein Ticket vorzeigte und in den Flieger stieg.

 

Fortsetzung folgt...

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Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Mittwoch, 17 Oktober 2018 20:46)

    Auch wenn ich schon fast weiß wie es weitergeht, ich kann es kaum abwarten.