Aufbruch ins Ungewisse Teil 2

Nach 12 Stunden im Flugzeug komme ich schon vollkommen erledigt in Bangkok an. Ich hatte geschätzte drei Mal Frühstück und dazwischen noch einmal Abendessen. Mein Gefühl für Zeit und Raum hat jetzt schon einen gewissen Schaden genommen und ich möchte gar nicht daran denken, dass ich innerhalb der nächsten 36 Stunden noch einmal so einen langen Flug vor mir haben werde. Ich komme mir vor wie ein Zeitreisender. Vielleicht, wenn ich nur schnell genug durch die verschiedenen Zeitzonen fliege, bekomme ich die letzten dreizehn verlorenen Jahre zurück, die ich in der Schule vergeudet habe...

Damals hatten wir gerade die Abiturprüfungen bestanden und dachten uns würde die ganze Welt zu Füßen liegen, alle Türen stünden uns offen. Das war damals und so hatten wir uns das gedacht.....und bekamen schnell einen Dämpfer verpasst.

 

Die Ankunft in Bangkok gestaltet sich gleich ein wenig schwierig. Ich habe zwar an alles gedacht, das Hotel gebucht, thailändische Währung mitgenommen, damit ich mir gleich ein Taxi zum Hotel nehmen kann, doch hatte ich leider auf meinem kleinen Merkzettel nur den Namen des Hotels aufgeschrieben und nicht die Adresse. So ein Mist aber auch. So stehe ich nun bepackt bis unter die Oberlippe vor einem thailändischen Taxifahrer und versuche ihm mit Händen und Füssen zu erklären, dass ich nun dort zu diesem Hotel möchte. Er wiederum versucht mir in seiner Sprache zu erklären, dass er das Hotel nicht kennt. Nach einigen verzweifelten Versuchen herauszufinden, warum der Taxifahrer mich nicht fahren will, gebe ich auf und gehe zum nächsten wartenden Taxifahrer. Ich erklärt ihm wieder, dass ich zu dem genannten Hotel möchte, dessen Namen ich auf meinem kleinen Merkzettel aufgeschrieben habe. Er spricht ein sehr gebrochenes Englisch, aber doch verstehe ich, als ich jetzt hinten auf der Rückbank sitze, dass auch er das Hotel nicht kennt. Was soll‘s, denke ich mir, irgendwie wird das schon. Also fahren wir los Richtung Bangkok City. Trotz der anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten findet mein thailändischer Taxifahrer, den ich mittlerweile schon fast in mein Herz geschlossen habe, die gewünschte Unterkunft. Ich habe mir für meine ersten drei Tage meiner großen Reise noch einmal etwas richtig Gutes gegönnt bevor ich mir mit sieben weiteren Personen für das nächste Jahr ein Zimmer teilen muss. Als ich die Zimmerkarte in den Schlitz der Tür schiebe und sie aufspringt, breitet sich vor mir ein großzügiges  Doppelzimmer vor mir aus. Die bodentiefen Fenster am Ende des Raumes geben den Blick frei auf das, was Bangkok zu bieten hat. Mit gemischten Gefühlen stehe ich am Fenster im 28. Stockwerk und frage mich, was wohl das nächste Jahr für mich bereit halten wird…

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